Beratung

Brustrekonstruktion am Mammazentrum Hamburg

Zu Recht fordert die EUSOMA (Europäische Gesellschaft für Brusterkrankungen), dass jede Patientin vor einer Brustentfernung umfassend über die Möglichkeiten eines sofortigen oder sekundären Brustwiederaufbaus informiert wird. Deshalb müssen EUSOMA Brustzentren neben den chirurgischen Onkologen auch über speziell qualifizierte Plastische Chirurgen verfügen. Nur in dieser Kooperation erfolgt die individuelle OP Planung im Hinblick auf die onkologische Sicherheit, eine mögliche Bestrahlung und dauerhafte Langzeitergebnisse.

Nur selten wird bei besonderen Formen der Brusterkrankungen eine komplette Entfernung der Brust erforderlich. Ein Wiederaufbau der Brust ist im Prinzip jederzeit möglich. Er kann einzeitig, d.h. zeitgleich mit der Brustentfernung oder zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die gesamte Behandlung abgeschlossen ist, erfolgen. Welcher Weg der bessere ist, muss individuell entschieden werden. Grundsätzlich informieren wir alle Patientinnen über die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion schon im Rahmen der Behandlungsplanung. Nachteile für die Tumorheilung oder die Nachsorge sind auch bei einer Rekonstruktion nach heutigem Wissen nicht zu befürchten. Die üblichen Verfahren zur Rekonstruktion der Brust nach einem Mammakarzinom zahlen alle gesetzlichen Krankenversicherungen. Bei privaten Versicherungen gilt der jeweilige Vertrag.

Für die Beratung spielen auch medizinische Faktoren eine Rolle, z.B.: Muss noch eine Bestrahlung und Chemotherapie durchgeführt werden? Dann sollte die Brust erst rekonstruiert werden, wenn die Behandlung der Krebserkrankung vollständig abgeschlossen ist. Nach welcher Methode eine Patientin nach Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse und Wünsche wiederherstellend operiert wird, ergibt sich aus den medizinischen Möglichkeiten, aber auch Notwendigkeiten im individuellen Fall.

Durch die hautsparende Mastektomie mit einer Sofortrekonstruktion können sehr gute kosmetische Ergebnisse erzielt und Folgeoperationen vermieden werden. Die Methoden des operativen Brustaufbaus reichen heute vom Einsetzen gelgefüllter Silikonimplantate bis hin zu verschiedenen Verfahren der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe. Auch eine Kombination beider Verfahren ist möglich. Immer noch ist der Brustaufbau mit Silikonimplantaten das am häufigsten gewählte Vorgehen. Die Brustrekonstruktion mit einem Implantat, welches unter die Haut, bzw. den Muskel eingeschoben wird, ist eine relativ risikoarme Operation.

Wichtig ist, dass die Prothese gut von Haut und Fettgewebe umgeben ist. Deshalb kann eine Expandereinlage zur Erhaltung oder Dehnung der Haut, in anderen Fällen auch die Kombination mit einem Haut- Muskel-Transplantat (Latissimus Dorsi Lappen) – besonders nach Bestrahlung – erforderlich sein. Die meisten Frauen vertragen die Implantate initial sehr gut, langfristig können sich Verhärtungen um die Prothesen als Fremdkörperreaktion ausbilden. In schweren Fällen müssen die Implantate dann ersetzt werden. Moderne Brustimplantate sind viel sicherer und haltbarer geworden, aber jüngere Patientinnen müssen wissen, dass trotzdem nach Jahren eine Entfernung oder ein Austausch des Implantats nötig werden kann. Neben regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollten Patientinnen bei Schmerzen, Brustverhärtungen, Knoten oder Unebenheiten der Brust umgehend ihren behandelnden Arzt konsultieren.
Ein neues noch weitgehend ungeklärtes Phänomen ist das Auftreten einer ALCL nach Prothesenimplantation. ALCL steht für Anaplastic Large Cell Lymphoma, was zu deutsch etwa “nicht ausdifferenzierter, großzelliger Tumor der Lymphdrüsen” bedeutet. In den Kliniken fiel auf, dass ALCL im Brustbereich beinahe ausnahmslos Patientinnen mit Brustimplantaten befällt. Die Tumore wuchsen dabei jeweils im Narbenbereich um das Implantat herum und können gut behandelt werden. Die generelle Häufigkeit, mit der die extrem seltene Tumorart auftritt, beträgt laut Schätzungen der des US Krebsinstituts (National Cancer Institute) etwa 1:500 000. Deshalb werden Sie über das extrem geringfügige Risiko eines Lymphoms nach Protheseneinlage aufgeklärt. Ein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und dem Auftreten von T-Zell-Lymphomen ist derzeit noch nicht gänzlich auszuschließen. Bislang bleibt es bei der Empfehlung, dass aufgrund der extremen Seltenheit des ALCL kein Grund besteht, von einer geplanten Implantateinlage zur Brustrekonstruktion abzuraten. Ein Verbot von Brustimplantaten oder eine Empfehlung zur Explantation von Implantaten stehen weiterhin nicht zur Diskussion.
Weitere Informationen zum Brust-Implantat-assoziierten anaplastischen Large-Zell-Lymphom.

Die Plastische Chirurgin des Mammazentrum Frau Dr. S. Müller Wittig berät Sie in unserer Sprechstunde gern über die vielfältigen Möglichkeiten und erläutern Ihnen welches Verfahren für Sie persönlich am geeignetsten erscheint.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin Tel. 040-44 190-500