Betreuung

Medizinisch erforderlicher Haarersatz

Ein großes Problem ist für viele Patientinnen der Verlust ihrer Haare durch die Chemotherapie. Eine Lösung dieses Problems haben die Ärzte noch nicht gefunden. Technisch aufwändige und teure Verfahren, wie die elektronische Kühlkappe können zwar in vielen Fällen den Haarausfall verhindern, aber leider auch nicht immer. Keine Patientin verliert gern ihr Haar!

Die zur Chemotherapie eingesetzten Medikamente wirken besonders auf schnell wachsende und sich häufig teilende Zellen. Deshalb schädigen sie Haarwurzelzellen, Hautzellen, Schleimhautzellen und Blutzellen und führen somit zum Haarausfall. Ob es zum Haarausfall kommt, hängt von den eingesetzten Medikamenten ab. Falls während der Chemotherapie die Haare ausfallen, wachsen sie nach, sobald die Behandlung vorbei ist. Etwa drei Monate nach der letzten Chemotherapie sind die Kopfhaare dann meist schon wieder so lang, dass die meisten Frauen ohne Perücke auskommen.

Wenn eine Therapie mit Medikamenten, welche Haarausfall verursachen geplant ist, sollte die Versorgung mit einer gut passenden Perücke möglichst schon vor Behandlungsbeginn gesichert sein. In unserem onkologischen Therapiezentrum wird Ihnen nach dem Erstgespräch, wenn Sie es wünschen, ein Haarersatz verschrieben. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten oder zahlen zumindest einen Zuschuss. In welchem Umfang sich Krankenkassen beteiligen, ist unterschiedlich. Bevor sich Patientinnen eine Perücke kaufen, sollten sie deshalb bei ihrer Krankenkasse nachfragen, bis zu welcher Höhe die Kosten übernommen werden. Bei privat versicherten Frauen hängt es vom gewählten Beitragstarif ab, welche Regelungen gelten.
Alternativen zum Haarersatz sind Echthaarbänder  und Kopftücher, die von einigen Patientinnen bevorzugt werden.

Wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung des Haarausfalls (elektronisch gesteuerte Kopfhautkühlung)  sind leider aufwändig und teuer, weshalb die Kosten bislang nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Einige Shampoos und Kurspülungen sollen angeblich ebenfalls den Haarausfall verzögern, ohne dass bislang ein Wirksamkeitsnachweis vorliegt. Zudem haben sie keine Anerkennung als Medikament und müssen wie normale Körperpflegemittel bezahlt werden. Versuche den Haarausfall medikamentös zu verhindern waren bislang erfolglos.

Zum Informationsblatt Haarausfall des Deutschen Krebsinformationsdienstes
Informationsblatt Haarausfall (PDF) oder zu Informationen zum Haarverlust der Deutschen Krebsgesellschaft.

Unter den Begriffen „Haarersatz und Perückenstudio Hamburg“ finden Sie zahlreiche Anbieter.

Hair and Make up Studio Tanja StüveckePatientinnen des Jerusalem Krankenhauses können sich im Gesundheitszentrum am Jerusalem im Hair and Make-up Studio von Tanja Stüvecke beraten lassen.

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