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Warum nicht ein Tattoo? Aber: Think before you ink!

Die Möglichkeit, nach einer Brustrekonstrukion auf die operative Rekonstruktion der Brustwarze zu verzichten, ist für Patientinnen auch aus ärztlicher Sicht eine sehr ästhetische Alternative.

Ein kleines Problem sollte man bedenken und mit dem Tattoo Studio besprechen. Bei der Verwendung von stark eisenhaltigen Farben kann es bei einer Untersuchung mit dem Kernspintomographen (MR Mammographie) zu Hautverbrennungen kommen. Das Auftreten einer Verbrennung an der Brust ist jedoch äußerst unwahrscheinlich und der zu erwartende Schweregrad einer derartigen Verbrennung ist sehr gering. Durch die Tätowierung kann jedoch die Qualität der Diagnostik beeinträchtigt werden. Das wäre schade, denn die MR Mammographie ist gerade für Patientinnen nach Prothesenimplantation die einzige Möglichkeit hinter die Prothese zu schauen.

Brustkrebspatientinnen sollten sich sowohl über die möglichen Risiken von Tätowierungen als auch der Tattooentfernung umfassend informieren und ärztlich aufklären lassen. 

http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_taetowiermitteln-187854.html

Dazu einige Kommentare unserer Patientinnen:

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Begeisterung habe ich soeben den Beitrag auf senolog.de vom 28.4.2014 über die Tätowierung nach einer Brustkrebserkrankung gelesen.
Bei mir ist es nun schon eine Weile her, dass ich Ende November 2012 die Diagnose Brustkrebs erhielt und Mitte Dezember operiert wurde. Glücklicherweise schloss sich für mich danach nur noch die Strahlentherapie an.
Dennoch beschäftigt mich die Erkrankung seither. Nach Abschluss der Bestrahlungen hat michmein Mann dazu ermutigt, mich an der erkrankten Brust tätowieren zu lassen. Die Anregung dazu bekam ich auch über eine Vereinigung brustkrebserkrankter Frauen aus den USA, namens p-ink.org, die es durch Information, den Aufbau von Kontakten zu engagierten Tattoo-Künstlern und nicht zuletzt durch Spendenaktionen Frauen ermöglicht, ihr Selbstbewußtsein durch eine Tätowierung nach der Erkrankung zurückzuerlangen.
Das kann auf unterschiedliche Art erfolgen, z.B. durch bewußten Verzicht auf eine Rekonstruktion und stattdessen die Verschönerung der operierten Brust durch ein ganz persönliches Tattoo. Auch, wo das gewünscht ist, die Überdeckung der Narben oder eine wirklich künstlerisch hervorragend gelungene Tätowierung von Mamillen.
Wie ich nach intensiver Internetrecherche feststellen musste, ist diese Art der “Krankheitsbewältigung” nach einer Brustkrebsoperation, hier in Deutschland nicht sehr bekannt.
Das liegt sicher einerseits an mangelnder Information, an der unterschiedlichen persönlichen Art mit der Erkrankung und ihren Folgen umzugehen und an den Bedenken hinsichtlich der Toxizität der beim Tätowieren verwendeten Farben.
Umso erfreuter bin ich, dass Sie bei senolog.de auch über diese Alternative informieren.
tat 4Nach meinen eigenen Erfahrungen mit dieser zugegeben sehr offensiven Herangehensweise an die Krankheitsbewältigung und der positiven Resonanz darauf, stand mein Entschluss fest,
eine eigene Facebook-Seite namens Brustkrebs-Tattoos
einzurichten, auf der ich sowohl über die Tätowiermöglichkeiten, als auch über andere Aktionen zum Thema Brustkrebs, Prävention, Mutmachen, Selbstbewußtsein, Krankheit als Chance etwas zu ändern etc. informieren möchte.
Ich hoffe, dass das anderen betroffenen Frauen als Anregung dienen kann.
Mit freundlichen Grüßen
S.P.
Kommentar: Gerne geben diese Information an Ihre LeserInnen weiter.

Mit Erlaubnis der Patientin möchten wir Ihnen ein weiteres Beispiel demonstrieren, wie sich ein Tattoo im Laufe der Zeit zum“Kunstwerk” entwickeln kann.

Und last, not least:

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHallo Herr Prof. Scheidel,
ich habe meine Narben am Donnerstag übertätowieren lassen und wollte Ihnen mal zeigen, wie schön so etwas aussehen kann. Vielleicht können Sie ja Patientinnen mein Foto als Alternativvorschlag zu einer Brustwarzenrekonstruktion oder Narbenabdeckung zeigen.
Viele Grüße

Ihre Patientin

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